OMD - OpenSource Monitoring DistributionOctober 05. 2010
OMD - Die OpenSource Monitoring DistributionWas ist OMD?Wer sich mit Nagios beschäftigt, erkennt schnell, dass das eigentliche Nagios nur einen kleinen Teil eines kompletten Monitoring-Systems ausmacht. Zu einer vollständigen Lösung gehören zahlreiche Erweiterungen wie z.B. PNP4Nagios, NagVis, Check_MK, Livestatus, Multisite, der RRD-Cache, die Nagios-Plugins und natürlich auch der Webserver Apache. Wer ein Monitoring-System aufsetzt, muss also alle diese Komponenten installieren und aufeinander abstimmen. Der klassische Ansatz ist das Selbstkompilieren aus den Quellcodes und händische Anpassen der Konfigurationsdateien. Dies ist mit hohem Aufwand verbunden und erfordert viel Erfahrung - vor allem wenn man ein optimal eingestelltes System möchte. Alternativ können fertige RPM oder DEB-Pakete von der jeweiligen Linux-Distribution verwendet werden. Diese enthalten aber meist recht alte Versionen und sehen keinen Update vor. OMD löst diese Probleme mit einem in diesem Umfeld völlig neuen Ansatz: Im Rahmen von OMD werden Nagios und alle wichtigen Addons vorkompiliert, sinnvoll vorkonfiguriert und optimal aufeinander abgestimmt - ohne dem erfahrenen Administrator seine Flexibilität zu nehmen. Dabei werden alle gängigen Enterprise-Linux-Distributionen unterstützt: Debian, Ubuntu LTS, RedHat/Centos und SLES. Ein kleines BeispielUm zu demonstrieren, wie einfach der Umgang mit OMD ist, soll hier gezeigt werden, wie eine Installation und Inbetriebnahme eines vollständigen Monitoringsystems unter SLES 11 erfolgt. Der erste Schritt ist der Download des passenden RPM-Paketes von omdistro.org. Dieses wird am besten mit zypper installiert, da dieses automatisch alle von OMD benötigten RPM-Pakete von der Distribution mitinstalliert: root@linux# zypper install omd-0.42-0.42-sles11sp1.14.x86_64.rpm Die Basis-Installation ist fertig. Nun können Sie eine Instanz ("Site") anlegen. OMD ist nämlich dafür ausgelegt, mehrere völlig getrennte Monitoring-Instanzen parallel zu betreiben. Wir wählen als Namen muc und verwenden den Administrationsbefehl omd: root@linux# omd create muc Die Instanz ist nun fertig eingerichtet mit einer minimalen Konfiguration und kann sofort gestartet werden mit: root@linux# omd start muc Fertig - nun läuft nicht nur ein einfaches Nagios, sondern ein von erfahrenen Experten perfekt abgestimmtes Monitoring-System, dass sich z.B. auszeichnet durch:
Multi-Instance und Multi-VersionEin herausragendes Merkmal von OMD ist, dass Sie mehrere Instanzen von Nagios und den Addons gleichzeitig auf einem Server betreiben können - ohne Virtualisierung. Dazu erzeugt OMD pro Site einen eigenen Linux-Benutzer unter dem die Instanzen der notwendigen Prozesse laufen (z.B. Nagios, Apache, NPCD, usw.) Doch damit nicht genug - es ist auch möglich, mehrere Versionen von OMD parallel zu installieren. Dazu trennt OMD strikt Software und Daten. Zwei Versionen von OMD liegen z.B. in /omd/versions/0.42 und /omd/versions/0.43. Zwei Instanzen mit dem Namen muc und ham liegen unter /omd/sites/muc und /omd/sites/ham. Dabei ist für jede Instanz festgelegt, welche der installierten Versionen sie verwendet. Dieser Aufbau hat viele Vorteile, z.B.:
Wer das Update zunächst Testen will, kann mit dem Befehl omd cp eine Kopie einer Instanz erzeugen und erst nur diese Updaten. Bei Zufriedenheit wird sie entweder produktiv verwendet oder die ursprüngliche Instanz ebenfalls upgedated. Das ProjektDas Projekt OMD wurde im Frühjahr 2010 von Mathias Kettner ins Leben gerufen. Nach einer Erprobung durch einen Prototypen gelang es, anerkannte Experten aus der deutschen Nagios-Szene für das Projekt zu begeistern. Die offizielle Projektgründung erfolgte durch:
Die erste offizielle Version - 0.42 wird am 5. Oktober 2010 freigegeben. Die offizielle Hompage des Projektes ist www.omdistro.org. |
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