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Automatische Installation von Linux


Die automatische Installation von PCs ist die wichtigste und anspruchsvollste Komponente eines großflächigen Rollouts. Hier gibt es zunächst zwei grundsätzliche Methoden:

    1. Aufspielen eines Images, z.B. mit Norton Ghost

    2. Verwendung des Installationsprogrammes der Linuxdistribution

Image

Bei der ersten Methode wird zunächst ein Referenzrechner von Hand installiert und vorkonfiguriert. Dann wird der Festplatteninhalt eins zu eins mittels einer CD oder des Netzwerkes auf die Zielrechner kopiert.

Diese Methode ist technisch nicht sehr anspruchsvoll und auch einfach zu realisieren, hat aber einige gravierende Nachteile:

    • Die verfügbare Software zur Image-Installation unterstützt nicht alle Linux-Dateisysteme.
    • Falls die Zielrechner bei Hardware- und Softwareausstattung Varianten haben sollen, muss für jede mögliche Kombination ein eigenes Image erstellt werden.
    • Nach jeder Änderung der Zielkonfiguration (z.B. neue Version eines Anwenderprogrammes) muss für zukünftige Installationen für alle Varianten ein neues Image erstellt werden.
AutoYaST2

Die zweite Methode ist aufwändiger, aber wesentlich flexibler. In einem Projekt bei einem Kunden mit über 11.000 Zielrechnern haben wir folgendes Verfahren erfolgreich implementiert:

Als Linux-Distribution kam SuSE Linux 8.1 zum Einsatz, welches über einen Mechnismus zur automatischen Installation verfügt (siehe links). Dieser ermöglicht, dass anstelle von Benutzereingaben während der Installation die Angaben aus einer Datei von einer CD oder über das Netzwerk gelesen werden.

Ein Installationsserver hält die Softwarequelle bereit. Auf einem zentralen Konfigurationsserver wurde eine Datenbank mittels MySQL und PHP implementiert, in welcher für alle Rechner die Zielkonfiguration hinterlegt wurde (Netzwerkdaten, Hardwarekomponenten, Softwareausstattung).

Die Installation geschieht im Regelfall über das Netzwerk. Der Zielrechner bootet über ein Bootrom auf der Netzwerkkarte (PXE) und bezieht seine Netzwerkkonfiguration und ein temporäres Betriebssystem vom Installationsserver (per DHCP und TFTP). Vom Konfigurationsserver holt er seine Zielkonfiguration und installiert sich per AutoYaST2. Die Softwarepakete werden ebenfalls über das Netzwerk bezogen (NFS).

Nach Abschluss der Installation wird automatisch ein initialer Lauf der Softwareverteilung gestartet. Im Moment, wo zum ersten mal der Anmeldebildschirm erscheint, ist der Rechner also bereits auf dem allerneuesten Software-Stand.

Nach der Softwareverteilung meldet der PC an den Konfigurationsserver die erfolgreiche Installation, welcher daraufhin die Netzwerkinstallation für diesen PC deaktiviert. Für die gesamte Prozedur war kein einziger Eingriff vor Ort nötig!

Auch eine Installation von CD ist möglich, was bei schmalbandig angebundenen externen Standorten wichtig ist. Die CD wird automatisch vom Installationserver erstellt, ist aber unabhängig von der Zielkonfiguration und für alle Rechner gleich. AutoYaST2 wurde dafür so modifiziert, dass er auch beim Booten von CD die Konfiguration über das Netzwerk bezieht.

Jeder installierte PC kann selbst wiederum als Installationsserver verwendet werden, so dass bei einem externen Standort nur ein PC von CD installiert werden muss.

Ablauf der Installation

Aus Sicht des IT-Betriebs läuft die Installation eines neuen PCs so ab:

    1. In der Zentrale wird per Webformular ein Datensatz für den neuen Rechner angelegt (Netzkwerkdaten, Hardwarevarianten, Softwareauswahl).

    2. Vor Ort wird der PC ausgepackt und an Strom, Bildschirm, Tastatur, Maus und Netzwerk angeschlossen.

    3. Wahlweise wird die CD eingelegt.

    4. Der PC wird eingeschaltet.

    5. Nach 15 bis 60 Minuten erscheint der Anmeldebildschirm. Der PC ist nun einsatzbereit.

Vorteile
    • Varianten in Hard- und Software sind problemlos möglich.
    • Vor Ort ist kein Eingriff und kein Fachwissen nötig.
    • Installation per Netzwerk oder CD mit gleichem Ergebnis.
    • Verwendung der gleichen CD für alle PCs trotz Varianten.
    • Die zentrale Datenbank kennt den aktuellen Zustand aller PCs.
    • Integration der Softwareverteilung: Der PC ist bereits vor der ersten Anmeldemöglichkeit auf dem aktuellen Softwarestand.
    • Wird auf die Haltung von Benutzerdaten lokal auf dem PC verzichtet, so kann innerhalb von 15 bis 60 Minuten jederzeit eine komplette Neuinstallation auf den aktuellen Softwarestand gemacht werden!
    • Keine Lizenzkosten

Verweise


YaST


YaST2 ist das System zur Installation und Administration von SuSE LINUX. Es ersetzte ab SuSE 6.3 den alten YaST. Seit kurzem ist es unter der GPL verfügbar, also freie Software.


Mathias Kettner hat als Entwickler bei SuSE die Grundlagen von YaST2 entworfen und realisiert. Das einmalige An YaST2 ist die Fähigkeit, alle Module sowohl grafisch als auch textbasiert darzustellen. Dies ermöglicht eine einfache Remote-Konfiguration per SSH und auch die Installation und Wartung eines Systems ohne grafische Oberfläche.

YaST2 verfügt über einen Mechanismus, der eine automatische Installation unterstützt: AutoYaST Alle Einstellungen werden dabei nicht vom Benutzer eingegeben, sondern aus einer XML-Datei gelesen.

In einem kompletten Rollout Szenario ist dies nur ein kleiner Teil. Zusätzlich muss eine Infrastruktur geschaffen werden, welche den Clients eine Boot-Umgebung zur Verfügung stellt, die Parameter verwaltet und die XML-Dateien für AutoYaST generiert.

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© 2008 Mathias Kettner, last updated at 26th of June 2008